Montag, 1. Mai 2017

Bequemlichkeit und Datenschutz in der Generation Google



Ich muss zugeben: ich liebe Google. Ich liebe fast alle seine Dienste und bin immer wieder neugierig, einen neuen Dienst ausprobieren zu können (Google+ mag ich nicht, aber das liegt denke ich eher an meiner generellen Social Media - Skepsis, als an dem Dienst ansich). Die Tools sind meist ihrer Zeit voraus, unglaublich intuitiv nutzbar, auf das wesentliche reduziert und verknüpfbar. Sie erleichtern mir das Leben und denken voraus - schön und schaurig zugleich.

Das ist jedoch auch genau der Knackpunkt - je mehr Google ich nutze, desto transparenter werde ich für Google. Habe ich etwas zu verbergen? Nein. Muss Google aber deswegen alles von mir wissen? Eigentlich auch nicht. Sollte man seine private Kommunikation einem Unternehmen (oder Geheimdienst) bedenkenlos zugänglich machen? Wie seht Ihr das?

Viele Dienste erscheinen auf den ersten Blick kostenlos und bieten einen unmittelbaren Mehrwert. Aber was im Hintergrund mit meinen Daten geschieht, ist nicht so transparent. Inwiefern zahle ich mit meinen Daten für die Dienste? Und welche Daten werden auf welche Art und Weise zusammengeführt? Aber noch wichtiger: Geht es überhaupt noch ohne Google? Welche Alternativen gibt es eigentlich und wie viel Komfort muss ich dafür opfern?

Alternativen

Ich habe es probiert, mit Alternativen wie Mailbox.org oder Posteo. Und natürlich sind diese Dienste scheinbar sicherer. Es gibt Unterstützung für PGP, es gibt vollständig verschlüsselte Onlinespeicher mit Serverstandort in Deutschland. Es gibt Transparenzberichte über Behördenanfragen, DANE und Eingangsverschlüsselung. Ein gutes Gefühl, aber man zahlt mit Komfort.


Vielleicht liegt es an mir, aber für mich klappt PGP einfach nicht. Zum einen nutzt KEINER meiner Freunde oder Kontakte PGP. Um völlig ehrlich zu sein kommuniziere ich auch mit so gut wie keinem privaten Kontakt (mehr) per E-Mail. Diese Domäne gehört den Messengern dieser Welt. Und mit dem Rest macht es einfach keinen Sinn. Ich vertraue also mit einem mittelguten Gefühl im Bauch der Transportverschlüsselung meines Anbieters.

Unverzichtbar...

... ist natürlich nichts auf der Welt, aber besonders 2 Dienste würden mir sehr seeeeehr fehlen.



Das wäre zum ersten Inbox by GMail. Bisher hat es noch kein mir bekannter Dienst geschafft, derart gelungen eine Mailbox mit Zero-Mail Ansatz und eine Todo-Liste zu verknüpfen. Mit der Integration von dem Notizendienst von "Keep" zusammen ein ultimatives Tool zur Selbstorganisation:
  • Alle Elemente der Inbox stellen permanent die aktuelle TODO-Liste dar. Seien es unbeantwortete Mails, Erinnerungen, Aufgaben, etc.
  • Sobald ich in der Inbox bin, entscheide ich für jedes Element
    • nach links wischen: erledige ich später
    • nach rechts wischen: löschen bzw. abgehakt (archivieren)
Einfach, aber mächtig (es gibt noch einige weitere innovative Konzepte dahinter, weitere Details spare ich mir an der Stelle allerdings).
Der zweite Dienst ist der Google Kalender. Vielleicht gibt es hier noch am ehesten Alternativen, aber in der Organisation mit mehreren Personen finde ich ihn sehr intuitiv und einfach konzipiert. Er organisiert unsere Familientermine ohne Probleme. Mit iCal, calDav etc. fangen die Probleme bereits bei der Wahl des richtigen Tools an und hören bei Synchronisationsproblemen auf. Auch hier gilt: natürlich ist es möglich, machbar und vielleicht auch "besser", aber meiner Erfahrung nach nicht unbedingt bequemer.

Was denkt ihr?

Wo liegt Euer Fokus? Sicherkeit? Bequemlichkeit? Welche Tools ebnen Euren Weg durch den Alltag? Hinterlasst gerne einen Kommentar zu dem Thema, ich bin sehr gespannt!

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